Unser Katzengarten - Teil 2

Nachdem in den letzten Wochen erst wegen des heißen Wetters und dann wegen des Dauerregens längere Zeit nichts passiert ist im Garten, kann es nun endlich weitergehen.
Wir haben mit Streichen angefangen, und bald geht es auch mit der Bepflanzung weiter.

Das Grüne hinten ist übrigens kein Rasen, sondern es sind alle möglichen Wildkräuter - einige wenige kenne ich, zum Beispiel Disteln, Brennnesseln, Kamille und Sauerampfer. Und die Brombeere versucht sich auch im Vorgarten auszubreiten. 
Ich gehe einfach mit dem Rasenmäher drüber. 
Am Donnerstag kommt ja die Firma Eggert und nimmt die oberste Schicht mitsamt dem Bewuchs weg, damit Beete angelegt und Rasen gesäät (oder entrollt) werden kann. Bis dahin sollen wir möglichst verhindern, dass die Wildkräuter blühen, aber das ist leichter gesagt als getan, denn sie setzen schon wenige Tage nach dem Mähen neue Blüten an. Sie sind einfach nicht totzukriegen - lange, trockene Hitze macht ihnen genauso wenig aus wie Dauerregen. Während wir unsere Kulturpfanzen umsorgen müssen, damit sie schön anwachsen und gedeihen, kommen die ganz von alleine und erfreuen sich bester Gesundheit. Ich bin ernsthaft am Überlegen, ob so ein Teppich aus Wildpflanzen nicht viel besser ist als Rasen... Außerdem duftet es herrlich beim Mähen.

Ich vermute, dass sie eh schneller sein werden als wir, denn wir haben noch keinen detaillierten Plan, was genau gepflanzt werden soll. Es bleibt also spannend!

Dienstag, 02.12.2020

So langsam kommt alles zur Ruhe draußen. Nur die Rosen tragen immer noch Knospen, und ich habe die letzte 'Friesia'-Knospe geschnitten und hereingeholt. Sie ist wunderschön aufgeblüht und hat sogar geduftet. Ich freue mich schon auf die Sommer, in denen ich immer genügend Rosenblüten zum Schneiden haben werde, um ein wenig Garten ins Haus holen zu können  - auch wenn es sicherlich noch zwei, drei Jahre dauern wird, bis all die Rosen, die noch im Garten einziehen werden, so üppig blühen. Da ist es dann wieder vorteilhaft, dass die Jahre immer schneller vorüberfliegen, je älter man wird. Denn Geduld gehört nicht zu meinen größten Stärken...

Sonntag, 08.11.2020

Am Wochenende waren dann auch wir wieder fleißig: Samstag wieder einmal ein Einkauf im Baumarkt: Rankhilfen für die Clematis, noch eine Rolle Strohmatte, Mulchfolie und Rindenmulch.

Am Sonntag haben wir dann die Lücke mit Strohmatte geschlossen, die Rankobelisken für die Clematispflanzen angebracht, im zukünftigen Gemüsegarten Folie ausgelegt (unter fleißiger Mithilfe von Plumbum, ähnlich wie beim Bettenbeziehen) und auf die Folie noch ein wenig Rindenmulch verteilt. Dann haben wir dort nicht wieder das Problem, dass alles Mögliche wächst, was wir gar nicht haben möchten. Wir haben zwei große Säcke Mulch gekauft, und ich hatte gedacht, dass das auch noch reichen würde, um zwischen den Sträuchern die Erde ein wenig abzudecken. 

Pustekuchen! Für die Fläche bräuchten wir vermutlich eine ganze LKW-Ladung. Aber wir lassen es nun so, denn in der kalten Jahreszeit wächst naturgemäß nicht mehr so viel, und ich hoffe, dass ich diesmal mit dem Jäten einigermaßen nachkommen werde.

Ich habe viele Gartenanlagen gesehen, die so aussehen wie unser Garten jetzt. Ich finde das ja noch nicht so besonders attraktiv und freue mich, wenn viele, viele Rosen, Stauden und Sommerblumen das Ganze ergänzen im nächsten Jahr. Was die Rosen angeht, plage ich mich immer noch mit der Auswahl der Sorten herum, wobei "plagen" nicht das richtige Wort ist, denn es macht ja riesig Spaß. Ich überlege hin und her, welche Farben ich für den Vorgarten nehme. Und wie viele verschiedene Rosensorten. Und ob nur Englische Rosen oder auch etwas straffere Sträucher dazwischen. Und wie viele überhaupt, denn es soll ja auch noch Platz für andere Pflanzen sein, vorzugsweise Blumen in gelb und blau. Nun ja - ich habe ja noch den ganzen Winter Zeit, mich zu entscheiden. :)

Mittwoch, 04.11.2020

Wow, jetzt hat sich wirklich viel getan - wir haben nicht nur Rollrasen, sondern auch Bäume und Sträucher! Heute war Endspurt angesagt, und Frau Kruse und Frau Ohlsen haben sich selbst übertroffen. Zum Glück hat auch das Wetter mitgespielt, zumindest überwiegend, und ich finde, unser Vorgarten sieht schon richtig nett aus in der Sonne - auch wenn er beileibe noch nicht fertig ist. Es fehlen ja noch Rosen und Blumen am Zaun, unsere Bank und eine Bepflanzung am Sichtschutzzaun. Aber es wird...
Wir haben nun sozusagen unseren Hausbaum, einen Zierapfel Malus 'Red Sentinel', und er ist schon ganz schön groß!
Umso kleiner sind unsere beiden Apfelbäume (Elstar und Alkmene), "ganz junge Pflanzen", und wir hoffen, dass sie gut anwachsen und bald wie richtige kleine Bäume aussehen. Derzeit machen sie mit ihren jeweils fünf Zweiglein noch nicht viel her.
Um die Streuobstwiese herum nehmen nun die "Mixed Borders" Gestalt an in Form von Gehölzen:

  • 4 x Wintergründe Ölweide (Eleagnus ebbingei)
  • 2 x Portugisischer Lorbeer (Prunus lusitanica)
  • 2 x Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii)
  • 5 x Straucheibisch (Hibiscus syriacus, div. Sorten)
  • 4 x Brautspiere (Spirea cinerea 'Grefsheim')
  • 2 x Rosendeutzie (Deutzia hybrida 'Mont Rose')


An Kletterpflanzen haben wir zunächst am Zaun zum Nachbarn neben uns

  • 3 x Clematis, verschiedene Sorten

und am Sichtschutzzaun drei Kletterrosen:

  • Golden Gate (gelb)
  • Moonlight (gelb-rosa)
  • New Dawn (zartrosa)


Und quasi als Verlängerung der von mir im Sommer schon angelegten Bepflanzung am Zaun zum Nachbarn nach hinten haben wir noch drei Edelrosen 'Augusta Louise' bekommen.

Eigentlich hatte ich auch noch fünf Strauchrosen bzw. Wildrosen bestellt, aber die waren bei der Planung untergegangen. Das ist jedoch nicht schlimm, denn die große Rosenbestellung ist ja nun für das Frühjahr geplant.



Dienstag, 03.11.2020

Es geht endlich weiter mit unserem Garten!
Heute waren die fleißigen Frauen von Firma Eggert wieder bei uns - sogar die Chefin persönlich, die mehrmals fahren musste, um den Rollrasen, den Kompost und die ersten Gehölze zu uns zu bringen. Zum Glück hat das Wetter mitgespielt - in den letzten Tagen hatten wir sehr viel Wind und Regen, und ich hatte schon Sorge, dass wir den Termin verschieben müssen. Heute schien nun aber die Sonne, und die Arbeiten konnten wie geplant stattfinden.
Das wurde heute geschafft:

  • im Vorgarten gezupft und geharkt,
  • Gartenerde aufgefüllt und
  • Rollrasen verlegt
  • Im zukünftigen Obstgarten gezupft und geharkt,
  • Gardenerde aufgefüllt und
  • Rollrasen verlegt
  • einen stattlichen Zierapfelbaum, Malus 'Red Sentinel', der bereits einige Früchte trägt, angeliefert und erst einmal auf der großen Terrasse "geparkt"
  • zwei kleine Apfelbäumchen 'Elstar' und 'Alkmene' angeliefert und erst einmal im zukünftigen Gemüsegarten abgelegt
  • verschiedene Sträucher angeliefert und zunächst am Schuppen abgestellt
  • im zukünftigen Gemüsegarten gezupft, geharkt und mit Kompost aufgefüllt

Donnerstag, 22.10.2020

Diese Woche haben mein Mann und ich Urlaub, und heute war eine liebe Freundin zum Frühstück bei uns, die ich auch schon wieder viel zu lange nicht gesehen hatte. Wir haben tolle Gespräche geführt, auch über Haustiere, Verantwortung und das schlechte Gewissen, wenn man das Gefühl hat, dass man seinen Anvertrauten nicht gerecht wird. Bei mir sind es die Haustiere, für die ich mir zu wenig Zeit nehme, und auch immer wieder der Garten, der nicht so in Schuss ist, wie ich es mir wünschen würde. Bei ihr war es sogar eine Zimmerpflanze, die sie zur Wohnungseinweihung geschenkt bekommen hatte und die bei ihr Gedanken auslöste wie: "Ich müsste sie dringend umtopfen... Ich müsste sie mehr düngen und besser pflegen..." Ich fand dieses Gespräche sehr tröstlich - offenbar sind solche Gefühle ganz normal bei Menschen, die sich gerne mit Lebewesen umgeben und sie optimal versorgen möchten, es aber aus irgendwelchen Gründen nicht können. Oder die sie super versorgen und nur denken, wie würden sie vernachlässigen.

Irgendwie hat dieses Gespräch bei meinem Mann und mir einen gewissen Aktionismus ausgelöst, und als meine Freundin wieder auf dem Heimweg war, haben wir spontan beschlossen, uns ein wenig um unseren zukünftigen Garten zu kümmern. Ich habe endlich die Töpfe, die vor der Haustür standen, mit auf die Terrasse genommen und die alten, toten Sommerblumen in die Biotonne entsorgt. Zwei Töpfe habe ich mit den Astern und dem Heidekraut bepflanzt, die ich bereits letzte Woche gekauft hatte. 

Zusammen haben wir dann eine Strohmatte am Metallzaun befestigt, die verhindern soll, dass die Sträucher, die dort gepflanzt werden sollen, durch den Zaun wachsen und die Autos der Nachbarn zerkratzen. Dabei fiel auf, dass diese Matte zugleich ein netter Sichtschutz ist. Nun ist dort auch mehr Schatten als vorher, aber ich hoffe, dass die Pflanzen damit zurechtkommen werden. Leider reichten die angeblich 6 Meter nicht ganz - mal schauen, wie wir die Lücke schließen. Im Baumarkt gibt es diese Matten nur als 6-m-Rolle. Aber da das Stroh eh nur wenige Jahre halten wird, kann eine zweite Rolle sicherlich nicht schaden, von der wir dann das benötigte Stück zum Schließen der Lücke abnehmen können. 

Die gemeinsame Arbeit im Freien mit meinem Mann fand ich richtig toll! Beim Jäten hat er sich bisher rar gemacht - er ist ja eher so der Mann für's Grillen und für's Schrauben, aber das war heute wirklich schön. Es hatte so etwas Urtümliches - Menschen, die mit einfachen Mitteln ihr Land sichern. Das Gefühl ist schwer in Worte zu fassen. Vielleicht ist es auch einfach schön, etwas selber zu machen, wenn man ansonsten andere Leute die Arbeit machen